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Ljubomir Miltschev

Milchev

Immatrikulation 1985-86
Hochschulabschluss 1990-91
Aufbaustudium 1991-92
Doktorat 1992-97

Ich habe die Sofioter Universität “Der Heilige Kliment Ochridski”, Studiengang Bulgarische Philologie, absolviert. Mein zweites Fach war Kulturwissenschaft. Nach dem Hochschulbildungsabschluss habe ich ein Jahr am Lehrstuhl für Kulturtheorie und Geschichte an der SU zum Thema “Hermeneutik und Kulturologie” spezialisiert.

Nach dem Aufbaustudium bin ich ordentlicher Doktorand am vorgenannten Lehrstuhl gewesen und habe fünf Jahre über die Zeitproblematik als Textdimension in den späten Werken des großen deutschen Philosophen Martin Heidegger gearbeitet.

In Verbindung mit der in meinem Beschäftigungsbereich liegenden wissenschaftlichen Problematik habe ich an der Universität Heidelberg mit der Unterstützung der Stiftung “Open society” spezialisiert. Zum Ende meines Aufbaustudiums habe ich am Programm TEMPUS teilgenommen und beim Prof. Dr. Waldenfels an der Universität Bochum spezialisiert. Am Ende des Jahres wird meine Dissertation “Die Zeitproblematik Heideggers späten Texte als innertetextuelle Zeitdimension” als Auflage von Janet-45 -Verlag herausgeben.

Im Zeitraum meiner Universitätsausbildung bin ich Chefredakteur des Kulturinformationsanzeigers “Die Stadt” gewesen.

Ich habe “Kant und das Problem der Metaphysik” von Martin Heidegger (eine Auflage von “Open Society”), “Aestetische Theorie” von Theodor Adorno und einige grundlegende kunsthistorische Studien von Erwin Panofsky ( eine Auflage von “Agata – A”) übersetzt. Ich habe zahlreiche Publikationen in wissenschaftlichen Ausgaben und in den Sammelbanden, wie zum Beispiel “Philosophische Alternative” und “Literarischer Gedanke”, “Textverkehr”, in der “Literaturzeitung”, “Kultur”, “Literarischer Forum” ( meine von dem Kulturministerium unterstützte Rubrik “Diese nette alte Dame die Literatur”) u.a.

1995 habe ich mein erstes Buch mit Autorenessays “Das Sichtbarwerden des Anblicks” (Freischaffende poetische Gesellschaft) herausgegeben. Das ist im gewissen Sinne nicht nur ein durchaus metaphysisches Buch, sondern auch ein ungewöhnliches, charmantes Beispiel gut rhythmisierter und manierisierter Prosa.

2000 habe ich, im Rahmen des Projekts “Ein Flaneur in Sophia” mein zweites Buch “Der Dalmtiner Marzipan” (eine Auflage von Agata – A) herausgegeben, höflich unterstutzt von “Pro Helvetia – Fundus”, “Open society”, Rollmann-Fashion, Boutique “Butschi”, Kodak – Bulgarien, Tisso – Bulgarien.

Das Buch ist mit Kunst-Photographien von Boris Missirkov im Bauhaus-Stil (Otto Umbehr –Umbo und Friedrich Seidenstucker) dekoriert . Die spektakuläre Premiere des Buches, veranstaltet in der orthodoxalen Hofkapelle des ehemaligen Zarenpalastes, war eine galante, dekadente Festlichkeit mit Lakaien im authentischen apfelgrünen Livreen, eine Festlichkeit, beleuchtet mit den antiquitäten silbernen Leuchtern.

Ein paar Schauspieler haben sehr überraschend “Galanter Skandal. Todesrivalität der bulgarischen Kunst und des deutschen Strudels”, ein Kapitel des Buches, dargestellt und auf diese Weise haben ein abgerundetes Bild, ein trompe-l’oeil der einen versunkenen Welt ( Kerzenschein und Atmosphare des grossen Scheiterns) gegeben.

“Der Dalmatiner Marzipan” stellt ein essayistisches Memoire in der guten Tradition der Flaneur- Schriftstellers dar, wie zum Beispiel der in Berlin verliebten Hessel. Das Buch schöpft von der lebendigen Erfahrung des beobachtendes Umherirrens in der Stadt.

Stilistisch besteht eine große Ähnlichkeit mit dem R.M.Rilkes Werk “Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge”. Die Photos, die das Memoire dekorieren, verwandeln es in einem eigenartigen Photoroman. Die Illustrationen ähneln stilistisch diesen von Bauhaus und von Otto Umbehr, mehr bekannt als Umbo. Das Buch war von den Literaturkritikern als Roman des Jahres nominiert.

2001 habe ich mein drittes Buch – “Dinge und Verdinglichungen in der Literatur” herausgegeben, ein Buch, unterstützt vom nationalen Fundus für Kultur bei dem Kulturministerium. Anlässlich Mozarts Geburtstags habe ich ein Spektakel – “Musik und Literatur”, mit den Musikanten von dem Kammerorchester “Orpheus” veranstaltet. Man konnte sagen – sehr gut und sogar enthusiastisch von dem Publikum aufgenommen.

2003 habe ich als Autor des Konzepts und als Artdirektor an dem literatur-fashion-photographischen Projekt “KLIO Bulgarien NEO Dandy” teilgenommen. Es handelt sich um eine Kollektion von zwölf Kleidungsstücken, die zwölf Dandys aus verschiedenen bulgarischen Epochen darstellen, wobei wir das erste Model aus dem bulgarischen, mittelalterlichen Snobismus – Byzanz – wählen, zum Dandy a la Franka mit einer gewissen levantinischen Nuance gelangen, unsere Achtung dem großen Dandy Ferdinand mit drei Modellen für Herren und einen für Damen zollen, indem wir verschiedene zaristische Insignien in zeitgenossischer Form und unter dem Eindruck eines neues Hofstaats nachahmen, einen sozialistischen Dandy hinzufügen und als Finale drei zeitgenossische Dandy-Varianten auspacken, vereint im Thema der Fashion-Lausbuben Max&Moritz.

Diese Modele waren in einem Revue-Spektakel präsentiert, ein Spektakel, inszeniert in der Sophia-Galerie, wo diese spezifischen Rollen gespielt wurden. Auf der Leinwand wurden Photographien vom Verfall bedrohter alter Sofioter Hauser projektiert. Unser Fashion-Konsultant war der Mode-Designer Wolfgang Joop.

2004 habe ich mein viertes Buch “Die Komödianten . Fars, Vaudevilles und sogar – tableau vivante” (Janette 45 –Verlag) herausgegeben, dekoriert mit Photographien von dem prominenten Kunst-Photographen Nikolaj Treimann. Ein amüsantes Buch von Interesse für ein elitäres Publikum, das eine Vorliebe zur vornehmen Darstellungsweise und Photographie zeigt, sowie für Kenner und Sammler von antiquarischen Kostbarkeiten.

2007 habe ich mein fünftes Buch ” Der Liebhaber von Lady Chatterley und die Wohlanständigkeit des Nicht-Tragischen” herausgegeben, ein Buch, das nicht nur meine Medienanalyse, sondern auch eine amüsante Reihe von Artikeln vereint, die pikante und komische Rundschau der verschiedenen Aspekte des Kulturlebens im Bulgarien darstellen. Als Leitfaden dient der klassische Roman der Moderne “Der Liebhaber…”, der, meiner Meinung nach – ein vorbildlicher Roman, der auf unerwartete Weise überraschendes Licht auf die Phänomene der Gegenwart wirft.

Seit 1997 bin ich Moderator in der TV-Sendung von Kodak “Familienbildband” und seit 2001 – Drehbuchautor und Moderator in der Sendung “Sumatocha” im Bulgarischen National-Fernsehen. In “Familienbildband” bin ich Autor von zwei Rubriken – die Betrachtung des Archivs einer alten Sofioter Familie und ein Fotoessay.

Seit acht Jahren halte ich Vorlesungen in Photographiesemiotik auf den jährlichen Photoferien, ebenfalls im Antiquitätsdepartement der Neuen Bulgarischen Universität. Die von mir geleitete Lehrveranstaltung lautet “Das Ding in der Literatur”. Die Herausgabe dieser Vorlesungen war unter dem obengenannten Titel “Dinge und Verdinglichungen in der Literatur”.

2006 habe ich an Celebrity (oder VIP) Brother teilgenommen, als der einzige bulgarische Dandy-Schriftsteller und meine Teilnahme war bedingungslos eine unerwartete Sensation im Bereich der unbekannten und offensichtlich nicht ausprobierten Möglichkeiten der mondänen Anwesenheit eines elitären Schriftstellers. Gestatten Sie mir, zu betonen, ohne jede Übertreibung, dass im Licht dieser meiner Medienauftritte, nicht nur der bekannteste, sondern auch der provokativste zeitgenossische bulgarische Schriftsteller bin.

Ich arbeite mit einigen Zeitschriften zusammen – “Bulgarische Monatszeitschrift”, “Demokratische Schau”, “Unser Heim”(Antiquitätsrubrik), “Kamikaze”, “Egoist”, “Eva”, “Kapital”, “Bakhus”(eine Bonton-Rubrik), “Beauty” (Styling der Fotosession), “ In Business”( eine Rubrik für Kunst und Literatur).

Zur Zeit arbeite ich auf mein sechstes Buch “Der Empfang. Kapuzinergruft”, dessen Herausgabe bevorsteht.

Seit drei Jahren bin ich PR des “Bulgarische Kultur-Erbe. Ferdinandeum” Vereins.

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