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Mit bloßem Auge sieht man nicht alles

15 Juni, 2011 von · 2 Kommentare

von Tania Rupel – Tera

The tree, the man and the sea of fire
Снимка: lejoe

Ich sah, wie die Welle sich an der Küste brach.
Ich hörte, wie sie sich das Rückgrat gebrochen hat.
Wildes Brüllen … Dann versuchte es eine andere, und noch eine …
Das Dröhnen der Wellen zersplittert
meine kurzen Nächte
in scharfe Stücke-Fragen:
„Woher kommt diese Ausdauer – verzweifelt, selbstmörderisch?“
„Warum diese Sehnsucht nach dem Unmöglichen?“
„Ist das wirklich unmöglich?“
„Ist es erwiesen, dass das Wasser keinen Schmerz empfindet?“
„Und – der Fels?“
Bis heute habe ich von ihm keinen Laut vernommen.
Ich hab nie gesehen, ob der Fels sich bewegt oder erweicht…
Aber Jahre nach mir –
wird jemand anders
wieder so auf das unaufhörliche Heulen lauschen,
wieder so in das zerfressene, steinerne Gesicht starren
und die stille Würde wird ihn nicht
in die Irre führen …

Mit bloßem Auge sieht man nicht alles.

Die erste Veröffentlichung ist in Public Republic

Kategorien: Art Café · Frontpage · Modern Times

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2 Kommentare bis jetzt ↓

  • Obermaier // 16 Jun, 2011 //

    Alle drei Gedichte haben mir sehr gut gefallen.
    Sind die Gedichte auch woanders veröffentlicht?
    Gibt es noch mehr davon?

  • tania rupel // 18 Jun, 2011 //

    das freut mich sehr. Danke Ihnen.
    leider gibt´s noch nicht mehr davon…
    aber vielleicht bald!

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