Zu Favoriten hinzufügen
Public Republic random header image

Noch etwas

11 Oktober, 2009 von · Keine Kommentare

Mirela Ivanova


Foto: v a i r o j

Wie wir arbeiten, wie wir uns abrackern,
wie wir über Wanja, Tanja reden
über Wiedergeburten, Kinder und das Ausland,
wie wir die elektronische Post lesen,
wie wir über die Zeichen stolpern, wie es hell wird
und dunkel, wird der Rucksack zu schwer.

Wie wir arbeiten und danach zu Mittag essen
im „Červenite babički“, im „Sinijat lǎv“
und im „Žǎlta tikva“*, wie wir vorsichtig
den Salat aufgabeln, Vollmond, Fasten,
Diäten, wie wir heimlich
Rinde vom Schwarzbrot abbrechen,

wie wir heiter und schicksalsergeben abnehmen,
wie wir unsere Lektionen lernen, wie wir
Steuern, Müllabfuhr, Miete, Heizung, Strom, den Preis zahlen,
wie wir müde mit dem Taxi nach Hause fliegen,
wie wir uns Geld leihen, wie wir es zurückgeben,
wie wir arbeiten, wird der Rucksack zu schwer.


* „Červenite babički“ – „Die roten Omas“
„Sinijat lǎv“ – „Der blaue Löwe“
„Žǎlta tikva“ – „Gelber Kürbis“
Die Namen sind eine Anspielung auf die drei wichtigsten Parteien in Bulgarien

Mirela Ivanova – “Versöhnung mit der Kälte”
 
„Versöhnung mit der Kälte“ heißt die 2004 im Verlag „Das Wunderhorn“ erschienene Gedichtsammlung von Mirela Ivanova. Auf 72 Seiten erzählt die Autorin dramatisch und metaphorisch von Zeiten des Umbruchs. Aus dem Bulgarischen übersetzt wurden die Gedichte von Gabi Tiemann.
 
Das Werk ist die zweite Gedichtsammlung Mirela Ivanovas bei Wunderhorn. Ihren Vorgänger „Einsames Spiel“ hatte der Verlag bereits im Millenniumsjahr in sein Programm aufgenommen.
 
„Versöhnung mit der Kälte“ kann im Buchhandel oder unter www.wunderhorn.de bestellt werden.

Kategorien: Art Café · Frontpage

Tags: , ,

Keine Kommentare bis jetzt ↓

  • Noch hat keiner kommentiert. Machen Sie den Anfang!

Kommentar schreiben