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Peter Ruis: “Es gibt immer etwas, worüber man sich freuen kann”

22 August, 2009 von · Keine Kommentare

Interview von Dragomira Nikoff mit Peter Ruis

Peter Ruis

„Es gibt immer etwas, worüber man sich freuen kann.“
Peter Ruis

Peter Ruis ist ein hoch gebildeter und talentierter Mensch. Liebevoller Mann, Vater und Freund.

Er hat ein Psychologiestudium an der Wiener Universität abgeschlossen. Damals war er Kundenbetreuer, Betriebsrat, Gesundheitspsychologe und Arbeitspsychologe. In den letzten Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Energiepsychologie und setzte er sich mit der psychologischen Primärprävention vor Herz- und Kreislauferkrankungen, der Todesursache Nummer Eins, auseinander.

Wenn ich versuche ihn nur mit ein paar Wörter zu beschreiben, ich würde sagen – ein Optimist, unglaublich positiver Mensch, wundervoller psychologischer Berater. Er hat eine Begabung, immer das Gute und Beste in anderen Menschen sehen zu können. Und das ist heutzutage seltsam und bewundernswert.

Wer ist Peter Ruis und wie wird er sich selbst mit ein paar Wörter beschreiben?

Äußerlich: mittelgroß, relativ schlank für seine 60, mit blauen Augen, mit ergrautem und gestutzten Vollbart, ruhig und besonnen. Innerlich: bewegter Geist, wissbegierig, selbst-reflexiv und genießerisch.

Sie beschäftigen sich mit Energetischer Psychologie. Würden Sie etwas mehr darüber erzählen!

Gerne, meine Frau weiß wie gerne, weil ich derzeit bei einem der führenden amerikanischen Energiepsychologen, Dr. Fred Gallo, in Ausbildung bin und immer wieder voller Begeisterung davon berichte.

Die energetische Psychotherapie unterscheidet sich einerseits von der reinen Gesprächspsychotherapie, wo der Körper nicht berührt wird und andrerseits von der medizinischen Praxis, die sich noch immer viel mehr um den Körper als um Geist und Seele kümmert. Körper, Geist und Seele gehören aber zusammen.

Die energetische Psychotherapie geht davon aus, dass ein seelisch-geistiges Problem untrennbar mit gestörten Energieflüssen im Körper verbunden ist. Sie diagnostiziert nach einer Einstimmung auf den Aspekt des Problems, der momentan am meisten belastet, auf einer Skala von 0 bis 10, die Alarmpunkte auf den Energieleitungen am menschlichen Körper, wobei sie den Energiefluss in der rechten mit jenem in der linken Gehirnhälfte vergleicht.

Die Alarmpunkte geben Aufschluss über die Behandlungspunkte, die mit einer sanften Klopfmassage aktiviert werden, womit die Belastung auf der 10-teiligen Skala gegen 0 wandert. Das ist stark vereinfacht der Vorgang. Sie setzt gewisse Kenntnisse über das Meridiansystem der feinen Energieleitungen der traditionellen Chinesischen Medizin und jene der kinesiologischen Muskeltests voraus. Die Kinesiologie ist ja – wie bereits in dem Wort drinnensteckt – eine Bewegungslehre, die sich unter anderem mit den Muskelfunktionen befasst.

Nach einer 2004 von Andrade & Feinstein durchgeführten Studie an 5.000 Patientinnen und Patienten mit psychotraumatischen Erlebnissen und anderen seelisch-geistigen Problemen wurde festgestellt, dass die energetische Psychotherapie im Vergleich mit der derzeit überwiegend eingesetzten kognitiven Verhaltenstherapie und medikamentöser Behandlung wesentlich schneller und umfassender heilt. Das hat viele Ärzte und Psychologen vor den Kopf gestoßen.

Was denken sie über Bulgarien, beziehungsweise über die Bulgaren?

Bulgarien ist landschaftlich so vielseitig wie Österreich und hat darüber hinaus noch eine Küste am Schwarzen Meer mit Highlights wie Sozopol, Nessebar und Baltschik, aber auch noch viel unberührte Natur und die uralte Kultur der Thraker.

Fast genau in der Landesmitte liegt Kazanlak mit den wundervoll duftenden Rosenfeldern, dem Thrakergrab und der herrlichen Tradition – ich habe mit staunenden Augen einen großen Umzug mit tollen Masken, Verkleidungen, Musik und Tanz verfolgt.

Besucht habe ich weiters Veliko Tarnovo, Plovdiv, Varna, Albena, das Rila-Kloster und natürlich die rapid gewachsene Hauptstadt Sofia mit ihren Kulturgütern und sprühendem Leben, alles in allem ein Land zum Verlieben. Ich habe bis jetzt nur gute Erfahrungen sammeln können und bereits mehrere Freunde gewonnen.

Sie kennen Bulgarische Sprache sehr gut, seit wie vielen Jahren lernen sie diese slawische Sprache und wieso?

Ich bin froh, dass ich über meine berufliche Tätigkeit bei der EVN (Energieversorgungsunternehmen in Niederösterreich und Miteigentümer eines Elektrizitätsversorgungsunternehmens in Bulgarien) und durch die Gründung des Europäischen Betriebsrats Kontakte mit den Energetikern in Bulgarien herstellen konnte. Ich wollte beim ersten Kennenlernen meiner bulgarischen Kolleginnen und Kollegen mit einer Überraschung aufwarten und lernte schnell eine kurze Begrüßungsrede auf Bulgarisch auswendig.

Das war 2005 in Sofia. Ein Jahr später durfte ich mit meiner niederösterreichischen Kollegin einigen bulgarischen Kollegen Wien zeigen. Wir kamen mit unserem Englisch einigermaßen durch, aber es war für mich wichtig und ich sagte, „es ist meine letzte große Herausforderung Bulgarisch zu lernen.“ Das erfordert volle Hingabe und Liebe, weil es ja in Österreich nicht viele Möglichkeiten gibt, bulgarisch zu sprechen.

Intensiver wurde meine Auseinandersetzung mit der bulgarischen Sprache, als ich 2008 im Internet ein philosophisch anthropologisches Werk über „Die Liebe“ entdeckte. Sofort nahm ich mit der Autorin, nämlich Ihnen, Kontakt auf und Sie schenkten mir Ihr letztes Exemplar mit einer liebevollen Widmung. Ein ganzes Jahr lang übersetzte ich fast jeden Tag einen Absatz von Bulgarisch ins Deutsche.

Das war ganz schön gewagt bei meinen mäßigen Bulgarisch-Kenntnissen, aber ich habe ja die zwei dicken Wörterbücher und das Internet. Eine Textübersetzung von Deutsch ins Bulgarische würde ich mir jedenfalls noch lange nicht zutrauen.

Wenn ich sie bitten würde, eine Definition für Ihr Leben und ihre Arbeit zu formulieren, was wäre das?

Mein Leben und meine Arbeit bilden eine Einheit. Das war nicht immer so. Zuerst dachte ich an den Broterwerb als Elektroingenieur für meine Familie. Aber nebenbei baute ich mir ein zweites Standbein als Psychologe auf. Jetzt ist meine Arbeit mein Hobby und mein Leben eine einzige Freude. Nun kann ich sagen Leben und Arbeit ist für mich, staunend zu fragen, denn es gibt so viel Wunderbares, Unerforschtes.

Erklären Sie uns bitte, was genau das Ziel des Psycho-Aufbau-Trainings ist?

Ich habe den Begriff schon in jungen Jahren geprägt. Damals wollte ich ein Gegengewicht zu dem Kult vom Body Building schaffen und übersetzte Psycho-Aufbau-Training mit Psycho Building. Während Body Building körperlich stark macht, macht Psycho Building seelisch-geistig stark.

Peter Ruis 1

Das setzt Wissen und Können voraus. Das Wissen liefert die Psychologie und das Können erfordert einen Lernprozess. Das Ziel des Psycho-Aufbau-Trainings ist seelisch-geistig stark zu werden, um den Anforderungen des Lebens gewachsen zu sein. Das ist ein weites Feld und es kann leicht sein, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen kann.

Deshalb habe ich in Anlehnung an sprachpsychologische Studien, die schon Mitte des vorigen Jahrhunderts durchgeführt worden sind, dieses weite Feld in ein übersichtliches dreidimensionales Modell übergeführt. Es umfasst das Stressmanagement mit den Polen Motivation und Entspannung, das Systemmanagement mit den Polen Durchsetzung und Anpassung sowie das Bewertungsmanagement mit den Polen Forschung und Urteil.

Fasst man nun diese sechs Pole zu einem Akronym zusammen, kommt man zu MEDAFU. Das ist zugleich eine Gedächtnisstütze, damit man weiß, was alles zu trainieren ist, um seelisch-geistige Fortschritte und dementsprechende Erfolge im Leben zu erzielen.

Was bedeutet Ihnen Freundschaft? Haben Sie bulgarische Freunde?

Freundschaft bedeutet mir sehr viel, weil damit Vertrautheit, Liebe und Treue verbunden sind. Gerade weil ich die Freiheit sehr liebe, will ich sie bewusst mit wertvollen Inhalten füllen, das sind mir Freunde. Ich habe bulgarische Freunde in Burgas, Plovdiv und in Baden bei Wien.

Sie haben Bulgarien viele Male besucht. Wie verändert sich das Land im Laufe der Jahre, Ihre Meinung nach?

Ich besuche Bulgarien mindestens einmal im Jahr für mindestens eine Woche, das ist noch nicht sehr viel, vor allem weil ich meist nur in enger Umgebung verweile. Mir ist aufgefallen, dass sehr viel gebaut wird. Die Einkommen steigen, aber auch die Preise, besonders jene für Immobilien sind stark gestiegen.

Die Pensionen steigen nicht in dem Maße und das erfordert einen starken Familienverbund, der – glaube ich – in Bulgarien noch stärker als in Österreich gegeben ist. Was den Tourismus betrifft, befürchte ich, dass mit einem Massentourismus dem Land Schaden zugefügt werden könnte. Es wäre gut mehr auf Qualitätstourismus zu setzen und weiterhin reine Luft, bulgarisches Yoghurt und ein sorgenfreies Leben hochzuhalten.

Wie viel Zeit braucht man, ganz psychologisch gesehen, eine negative Lebenseinstellung in eine positive umzuwandeln? Wie schafft man den richtigen inneren Rhythmus aufzubauen bzw. beizubehalten?

Rhythmus ist ein gutes Stichwort für mich, weil Geist, Bewusstsein und Energie in einem Rhythmus schwingen. Unser Herz schwingt zum Beispiel in einer Frequenz um 1 Hz herum, also ungefähr einmal in jeder Sekunde.

Peter Ruis 2

Unsere Gehirnströme haben 1-4Hz während des Schlafs, 3,5-7Hz, wenn wir aufwachen, 8-12Hz im entspannten Zustand und 14-30Hz in einem aufmerksamen Wachzustand. Gemessen wird immer die elektrische Energie in einer Wellenform.

Das Licht, als elektromagnetische Schwingung, hat auch verschiedene Frequenzen, wie uns die Vielfalt an Farben zeigt. Jede Farbe hat eine bestimmte Frequenz. Auch das Wasser hat ein bestimmtes elektromagnetisches Frequenzmuster. Der Mensch ist ein Lichtwesen und besteht hauptsächlich aus Wasser. Das Gehirn zum Beispiel besteht zu 90% aus Wasser.

Jeder Mensch hat seinen eigenen inneren Rhythmus. Dieser Rhythmus kann aber gestört sein, durch negative Gedanken, die ebenfalls Energie sind. Dann kann Energie nicht mehr frei fließen. Je mehr negative Gedanken sich in Energiestrukturen im menschlichen Gehirn festsetzen, umso negativer wird die Lebenseinstellung.

Vielfach wird ja nicht erkannt, dass man es selbst ist, der negativ denkt, sondern glaubt, dass es die widrigen Lebensumstände sind, die einen negativ fühlen lassen. Wie richtig das ist, zeigt uns die Tatsache, dass Menschen bei schönem Wetter missmutig und andere bei schlechtem Wetter fröhlich sind. Außerdem sind es die sogenannten „blinden Flecken“ bei einem, die den Verstoß gegen ein Lebensprinzip lange nicht wahrnehmen lassen.

Wenn zum Beispiel einer sich wundert, wie schlecht die Menschen sind und nicht erkennt, dass er gegen das Lebensprinzip verstößt, das da lautet: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. Das erfordert eine besondere Achtsamkeit beim eigenen Denken. Das eigene Denken ist es wert, untersucht zu werden. Gedankenhygiene hilft den Rhythmus bzw. die Lebenseinstellung zu verbessern. Gedanken geben den Emotionen die Qualität.

Der Depression liegt eine negative Gedankenwelt und Lebenseinstellung zugrunde. Der Freude liegt eine positive Gedankenwelt und Lebenseinstellung zugrunde. Wir wissen heute, dass Depressionen den Heilungsprozess verlangsamen und humorvolles Lachen den Heilungsprozess beschleunigt. Man kann sich sofort entschließen, eine negative Lebenseinstellung in eine positive zu verwandeln.

Erstaunlicherweise gelingt das in der energetischen Psychotherapie in nur wenigen Sitzungen, weil der Klient erkennt, dass er es will, kann und bewerkstelligen wird, weil er es verdient und es für ihn und seine Umwelt völlig ungefährlich, also sicher ist. Es gibt da noch einige Balance- und Energieübungen, die den Prozess unterstützen.

Ihr größter Traum ist?

Fließend Bulgarisch zu sprechen, mit meinen bulgarischen Freunden.

Wann entstand bei Ihnen der Wunsch, sich mit Psychologie zu beschäftigen?

Ich habe seit ich zurückdenken kann mit meinem Vater philosophische Gespräche geführt. Die waren der Grundstein. Als ich so 16, 17 Jahre alt war, schenkte er mir ein Buch über den Mentalpositivismus von Oscar Schellbach. Ein paar Jahre später kam eine Bewegung, die man mit dem Begriff der Gruppendynamik bezeichnet hat.

So wichtig Gruppendynamik in systemischer und aufbauender Denkweise ist, so gefährlich ist es in einer Art von Mobbing mit Gruppendynamik zu spielen. Viele Scharlatane haben Gruppendynamik missbraucht und Menschen in eine tiefe Identitätskrise gerissen. Das hat dazu beigetragen, dass ich Psychologie wissenschaftlich kennen lernen wollte, um den Scharlatanen das Handwerk zu legen und gruppendynamische Prozesse in heilsamer Weise einzusetzen. Heute weiß ich, wie wichtig es ist, dieses Spiel des Herunterzerrens zu durchschauen und es auf den Punkt zu bringen.

Ihre Inspiration für ein positives Leben?

Die Inspiration kommt ja oft aus einer anfänglichen Verwirrtheit und wirkt dann richtig erlösend. Ich habe so viel gehört, gelesen und studiert, dass ich anfänglich wirklich etwas verwirrt war. Ich musste positives Denken, Verdrängungsprozess und Realitätsverweigerung erst unterscheiden lernen, bis mir klar wurde, dass negative Gedanken nicht zu verdrängen, zu verfolgen, sondern einfach loszulassen sind.

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Im Laufe meines Studiums erkannte ich dann ein Prinzip, dass mein Leben erst richtig verändert hat. Dieses Prinzip hat viele Namen, z.B. Pygmalion – Effekt, Rosenthal- oder Versuchsleiter-Effekt, Gesetz der sich selbst erfüllenden Prophezeiung und ist wissenschaftlich erwiesen.

Heute würde ich das Prinzip „Gedankenschwingungen, Erwartungen und gelebte Modelle, die sich auf andere Menschen übertragen“ bezeichnen. Wer das einmal erkannt hat, der führt ein positives Leben mit Hingabe und Genuss. Er sagt nicht, „Schau wie schlecht die Menschen und die ganze Welt ist“, sondern, „Wir nehmen wahr und das ist ein Konstruktionsprozess, warum sollten wir das nicht positiv tun, wo wir doch das Prinzip durchschaut haben.“

Wie entstand Ihr Interesse Bulgarisch zu lernen.

Zunächst war es die Herausforderung und dann die wachsende Liebe zu Menschen und ihrer Sprache. Bulgarisch hat ja Besonderheiten wie das zyrillische Alphabet, die Vereinigung von Artikel und Wort sowie bei den Verben von der ersten Person in der Einzahl und der Nennform.

Zuerst dachte ich Bulgarisch hat als slawische Sprache überhaupt nichts mit den mir geläufigeren romanischen Sprachen zu tun. Dann lud ich mir vom Internet ein elektronisches Wörterbuch „Französisch-Bulgarisch“ herunter und stellte fest, dass unzählige bulgarische Wörter dem Französischen sehr ähnlich sind, nur etwas anders ausgesprochen werden. Außerdem verstehe ich jetzt auch einiges in Russisch, Kroatisch, Mazedonisch etc.

Was meinen Sie über die Ängste und Depressionen in unserem Jahrhundert?

Ängste und Depressionen sind die Steigerung von Vorsicht und Trauer, die ja natürliche und gesunde Regungen sind. In der Steigerung und Ausdehnung werden sie krankhaft. Auch Süchte und Zwänge sind unzulängliche Versuche einem Chaos zu entrinnen.

Ich glaube, dass es mehrere Ursachen für die Zunahme von Ängsten und Depressionen in unserem Jahrhundert gibt und dass das auch mit der furchtbar schnellen Entwicklung der zivilisierten Menschheit zusammenhängt. Das bringt eine allgemeine Verunsicherung durch das Infragestellen vieler Werte, aber auch eine Chance, aus dieser Krise gestärkt hervorzugehen. Dennoch Depressionen sind im Zunehmen, das muss uns bedenklich stimmen.

Es gibt mehr Selbstmord -Tote als Verkehrs -Tote. Wir dürfen nicht mehr einseitig an das Problem herangehen, Medikamente sind gut, aber nicht genügend, Lichttherapie ist gut, aber nicht genügend, Elektrokrampftherapie bzw. Transkranielle Magnetstimulation sind gut, aber nicht genügend, Interpersonelle Therapie ist gut, aber nicht genügend.

Auch das Bekenntnis zum biopsychosozialen Modell von Gesundheit bzw. Krankheit ist gut, aber nicht genügend, weil es offenbar noch nicht praxistauglich ist. Realpolitisch gesehen, müssten geeignete Rahmenbedingungen für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit geschaffen werden und zwar ohne die Schulden der Krankenkassen zum Explodieren zu bringen.

Vielleicht kann eine neue Behandlungsform effizienter und effektiver sein. Schopenhauer sagte: „Jede Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie verlacht, dann wird sie bekämpft, schließlich gilt sie als selbstverständlich.“

Wie viel Motivation braucht man, ein positives und selbstbewusstes Leben zu führen?

Eigentlich mehr Erkenntnis als Motivation. Je mehr man erkennt, dass man gewaltigen Einfluss auf sein Leben hat, Himmel oder Hölle in sich hat und sie mitbringt an jeden Ort wie Meister Eckhart sagte, umso mehr steigt die Motivation sich mit seinen Gedanken auseinander zu setzen. Letztlich geht es darum, eine Handvoll von Lebensprinzipien bzw. Wirkmechanismen für sich zu erkennen.

Welches ist das generelle Problem des modernen Menschen? Würden Sie im Abschluss unseres Gespräches etwas als Epistel widmen!

Ich war in meiner Kinder- und Jugendzeit Ministrant und dann auch noch Kommunionspender, deshalb bringe ich Epistel mit etwas Religiösen in Verbindung. Religion heißt Bindung, Bindung an etwas das einen sehr hohen, vielleicht den höchsten Wert für uns hat.

Man könnte das auch als Sinn des Lebens bezeichnen. Somit komme ich zum generellen Problem des modernen Menschen – aus meiner Sicht – die Untreue sich selbst und anderen gegenüber. Wenn man sich an etwas Wertvolles bindet, dann ist die Treue kein Problem mehr.

Wenn man in guter Sinnerfüllung lebt, braucht man die Sinnfrage nicht mehr zu stellen und ist glücklich.

Kategorien: Frontpage · Modern Times · Szene

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