Dessislava Berndt
Am 9. Januar 2010 begann die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 mit einem dreitägigen Kulturfest. Bewohner und Besucher dürfen sich auf rund 300 Projekte mit über 2500 Veranstaltungen freuen.
Heute präsentieren wir die Ausstellung „Ruhrblicke“.

Foto: Elisabeth Neudörfl
Ohne Titel, 2010
Neue Einblicke, Ausblicke und Rückblicke vereint die Ausstellung „Ruhrblicke“.
Sie zeigt elf künstlerische Sichten bekannter Fotografen als Kaleidoskop der Ruhr-Realität: Hilla Becher, Laurenz Berges, Joachim Brohm, Hans-Peter Feldmann, Andreas Gursky, Jitka Hanzlová, Candida Höfer, Matthias Koch, Elisabeth Neudörfl, Jörg Sasse und Thomas Struth wurden von Kurator Thomas Weski und der Sparkassen-Finanzgruppe zu dem Fotografieprojekt im Programm der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 eingeladen.
Gezeigt werden ihre Werke vom 24. April bis 24. Oktober 2010 im SANAA-Gebäude auf Zeche Zollverein in Essen.
Zehn Künstler haben speziell für das Projekt Motive aufgespürt. Ihre gegenwärtigen Blicke werden ergänzt durch Bilder von Bernd und Hilla Becher, die Hilla Becher zu neuen Typologien zusammengestellt hat. Sie öffnen die Perspektive auf die Vergangenheit. Die eingeladenen Fotografen sind mit dem Ruhrgebiet eng verbunden. Sie leben und arbeiten hier oder setzen sich seit langem künstlerisch mit der Region auseinander. Manche Künstler konzentrierten sich in ihrer Arbeit auf einen Ort, andere bereisten das ganze Ruhrgebiet und suchten nach Motiven, die für die Metropole Ruhr stehen und darüber hinaus allgemeine Gültigkeit entwickeln können.

Photo: Bernd und Hilla Becher
Zeche Zollverein, Essen, 1973
Das Fotografieprojekt greift das Leitmotiv der RUHR.2010, „Kultur durch Wandel – Wandel durch Kultur“, durch sein Thema und den Ausstellungsort auf: Das SANAA-Gebäude, ein weißer Kubus mit 134 Fensteröffnungen, ist der erste Neubau auf dem ehemaligen Zechengelände, dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Sein Schöpfer, das japanische Architekturbüro SANAA, erhält im Mai 2010 die weltweit höchste Architekturauszeichnung, den Pritzker-Preis.

Modell der Ausstellungsarchitektur
Überraschende Perspektiven bietet auch die Ausstellungsarchitektur, entworfen von Kuehn Malvezzi, Berlin. Sie schafft jedem Künstler Raum für sein eigenes Werk und lässt den Blick in die Umgebung dennoch zu.
Die Sparkassen-Finanzgruppe realisiert begleitend zur Ausstellung die Gesprächsreihe „Literatur & Fotografie“ mit international bekannten Schriftstellern wie Herta Müller oder Juli Zeh und „Ruhrblicke“-Fotografen.
Die Ausstellung ist vom 24. April bis 24. Oktober 2010 täglich von 10-19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4,50 Euro, ermäßigt 2,00 Euro. Die Eintrittskarte ist im Vorverkauf erhältlich beim RUHR.2010.
Europäische Kulturhauptstädte – die Idee
Die Idee der Europäischen Kulturhauptstadt stammt von der ehemaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri. Auf ihre Initiative hin wird seit 1985 jedes Jahr einer anderen Stadt der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ verliehen. Die erste in der langen Reihe der Kulturstädte war Athen. Wichtigste Absicht war es, die Völker der EU-Mitgliedsstaaten einander näher zu bringen, die kulturelle Zusammenarbeit zu verbessern und neben dem politischen auch den kulturellen Einigungsprozess zu fördern.

Foto: Bernd und Hilla Becher
Duisburg Ruhrort 1963
Die Kulturhauptstädte Europas bis 2019:
2007 Luxemburg – Sibiu (Rumänien)
2008 Liverpool (Großbritannien) – Stavanger (Norwegen)
2009 Linz (Österreich) – Vilnius (Litauen)
2010 Ruhr (Deutschland) – Pécs (Ungarn) – Istanbul (Türkei)
2011 Turku (Finnland) – Tallinn (Estland]
2012: Guimarães (Portugal) – Maribor (Slowenien)
2013: Marseille -Provence (Frankreich) – Košice (Slowakei)
2014 Umeå (Schweden) – Riga (Lettland)
2015 (Belgien) – (Tschechien)
2016 (Spanien) – (Polen)
2017 (Dänemark) – (Zypern)
2018 (Niederlande) – (Malta)
2019: (Italien) – (Bulgarien)
















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