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Sanssousi – die Pracht des aufgeklärten Absolutismus

10 November, 2011 von · Keine Kommentare

von Petya Hristova

Schloss Sanssouci

“Sans souci”, auf deutsch “ohne Sorge”, lautet das Motto, worunter der berühmte preußische König Friedrich II. der Große (1712-1786) seine prächtige Residenz in der Nähe von Berlin, der Hauptstadt seines mächtigen Staates, in den Jahren 1745-1747 errichtet hatte.

Das kleine Sommerschloss im Stil des Rokoko und die Gärten im malerischen Potsdam, der brandenburgischen Landeshauptstadt und einer der schönsten Städte Deutschlands, dienten dem Herrscher als Ruhestätte und Ort der Ruhe, fern von den staatlichen Angelegenheiten und zugleich als Inspirationsquelle für die Künstler, Philosophen und Gelehrten, die “der alte Fritz” in seiner Residenz traf und beschützte.

Zu denen zählen der berühmte Komponist Johann Sebastian Bach und einer der einflussreichsten Autoren der europäischen Aufklärung: Voltaire. Der französische Aufklärer erhielt am Hof des Friedrich II. das Amt des königlichen Kammerherrn und blieb da zwei Jahre lang.

Springbrunnen

Der Zugang zum Schloss und zum Park war für Frauen, einschließlich der Königin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern, verboten. Das Sommerschloss “sans souci” war auch “sans femmes”. Ein Zusammenhang zwischen diesen zwei „Merkmalen” ist jedoch nicht empirisch bewiesen. Von den Gedanken getrieben, dass ich zur Zeit Friedrichs II. keinesfalls die Möglichkeit gehabt hätte, das preußische Versailles zu genießen, begebe ich mich in seine Richtung.

Im Vorbeigehen sieht man als erstes den ehemaligen mit Gold verzierten Haupteingang, der für die Kutschen und ihre Passagiere bestimmt war.

Nach einem kurzen Umweg, stehe ich vor einem der beiden mit dem Sonnenymbol gekrönnten Pavillions, die das Schloss umrahmen. Beeindruckend fand ich die volkommene Verschmelzung von Arhitektur, Ornamenten und Landschaft, was nach Skizzen des Königs selbst verwirklicht wurde.

Pavillion

Auf einmal gerate ich in ein, mit einer seltsamen Energie beladenes Königreich, untergeben der aufklärerischen Ideale für vernünftige Reflexion, Ruhe und Versinken innerhalb seiner selbst.

Edelweiße, in Marmor gemeißelten Göttinnen und Götter leisten den Touristen und Einheimischen Gesellschaft, die sich dafür entschieden haben, dem rasenden Alltag für ein paar Stündchen den Rücken zuzukehren und sich, umgeben von der vollkommenen Harmonie der Residenz des aufgeklärten Monarchen, auszuruhen.

Marmorstatuen

Götter

Schloss

Die berühmte Gartenansicht des Schlosses entstand auch nach der Idee Friedrichs, die einem grünen Wasserfall ähnelnden Weinbergterrassen verwandelten sich in ein Kennzeichen der gestalterischen Macht des Herrschers, symbolisierten aber auch sein Verlangen nach Zurückgezogenheit. Absichtlich wählte der Monarch Sanssouci für seine letzte Ruhestätte.

Das Chinesische Haus

Im Zeitgeschmack der Chinamode des 18. Jahrhunderts geschaffenen Chinesischen Teehaus erweist sich als mein Lieblingsort im Park. Die Betrachtung der schönen goldenen Statuen und Verzierungen treibt mich dazu, meine Umgebung zu vergessen und mich in die exotische Welt des Ostens zu versetzen.

Statuengruppe

Das Chinesische Teehaus

Die Begründung von UNESCO bei der Anerkennung von Schloss und Park Sanssouci als Weltkulturerbe im Jahre 1990 hat nochmal den unumstrittenen Wert des Symbols des deutschen aufgeklärten Absolutismus ans Licht gebracht: „Schloss und Park von Sanssouci, oft als preußisches Versailles bezeichnet, sind eine Synthese der Kunstrichtungen des 18. Jahrhunderts in den Städten und Höfen Europas.

Das Ensemble ist ein herausragendes Beispiel von Architekturschöpfungen und Landschaftsgestaltungen vor dem geistigen Hintergrund der monarchistischen Staatsidee.“

Fotos: Petya Hristova
Quellen:

http://www.potsdam.de/cms/ziel/33994/DE/

http://whc.unesco.org/en/list/532

Kategorien: Frontpage · Um die Welt

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