Autor: Milena Ivanova-Andreeva
Übersetzung: Rossitza Yotkovska
Foto: Dia™
Künstliche Wolken werden die Erde abkühlen.
(Titel in der Zeitung “Standard”, 1. Juli 2006)
Wiens größte Unannehmlichkeit sind die Aschenbecher:
nach jeder Zigarette, die im Kuss zerdrückt wird,
gibst du Klimt immer mehr auf (auf Kosten des Rauchens).
Autor: Ivan Hristov
Übersetzung: Petja Heinrich
Foto: Cane Rosso
an Vladimir Levchev
Wir saßen
irgendwo dort,
in unserem kleinen
Land,
Petja Heinrich
Foto: giuvax
betrachte ich deine Hände
entdecke die Geheimnisse des Universums
vom Big Bang bis zum kleinen Finger
eine Handspanne Geschichte
Autor: Bozhidar Pangelow
Übersetzung: Petja Heinrich
Foto: J>Ro
Hier
der Regen.
Die Hände
hier.
Rumena Schindler-Kolarowa
Photo: Daylight.
Auch der letzte Brief,
den ich dir geschrieben hatte,
kam nie bei dir an.
So stand es um mein Leben -
dich stets zu suchen
doch nirgends zu finden
und meine eiskalten Tage
mit Leid fortdauernd zu verbringen.
Evelina Jecker Lambreva
Photo: maureen_sill
Winde fegten dich weg,
der Regen verwischte deine Spuren.
Die Zeit – dieses einsame Meer-
entzweite dich,
schleppte dich davon
aus meinem Fegefeuer, aus der Erinnerung.
Petja Heinrich
Foto: digital cat
Eine reine Zeitverschwendung
sind die Versuche glatt zu bügeln
die Kanten der zerknitterten Hemden
gekaut in der zornigen Waschmaschine
Petja Heinrich
Foto: Omar Eduardo
strahlend war es
es war
in der Dunkelheit
wegweisend
dieses ursprüngliche Wunder
das Wort
bevor es die Lippen fallen ließen
sich in Staub zu wälzen
auf der Umgehungsstraße vom Paradies
angebissener Apfel
Autor: Peter Tschuchow
Übersetzung: Petja Heinrich
Foto: movimente
Ich möchte
dass du für mich
einen kleinen Striptease machst
Interview von Natalia Nikolaeva mit dem Dichter und Dramatiker Elin Rachnev
Übersetzung: Rossitza Yotkovska
„Das Schaffen ist eine Sühne für die leidenschaftliche Seele“
René Huyghe
Ich kann mir die unruhige und leidenschaftliche Seele von Elin Rachnev außerhalb des Schaffens, außerhalb der Poesievehemenz, der Dramaturgie und der Journalistik nicht vorstellen. Sie sind ein natürlicher Teil von ihm selbst, und mein [...]
Evelina Jecker Lambreva
Photo: toniblay
Achillesferse,
mit welcher ich jeden Tag barfuss trete
über die dürren Dornen der Felder
und wie durch ein Wunder immer noch lebe …
Ein Interview von Petja Heinrich
Foto: Ute Schendel
Public Republic: Sie sind Lyriker und Verleger. Wie vereinen Sie diese beiden Identitäten? Geraten manchmal der Poet und der Geschäftsmann in Konflikt oder existieren sie in Harmonie?
Hans Thill: Es gibt heute kaum einen Lyriker, der nicht noch einer anderen Beschäftigung nachgeht. Irgendwo steht von mir die Aufforderung an junge Dichter: [...]
Rossitza Yotkovska
Photo: Anna Cotta
Das Gewissen flieht vor den schaumigen Wörtern –
so viel überflüssige Schönheit..
So viel Illusionen, so viel Konfitüre,
das Wasser so arm..
Freimütig zu sein ist vielleicht eine Schranke
doch der Mensch bevorzugt die Welt,
so hilflos ist die Einfalt.
Und das genaue Wort, so armselig allein.
Die Welt – ohne Anführungsstriche gelesen,
und die schaumigen Wörter – [...]
Foto: Stefan Baleev
Wie sehr möchte ich
Kind wieder sein,
damit meine Mutter,
wie die liebe Mutter Gottes,
jeden Schmerz in mir betäuben
und mich auf meinem Weg
mit Sanftmut segnen kann!
Foto: swanky
Jeder wird unschuldig geboren,
doch das Gefängnis
ist von Schuldigen voll
und jede Zelle
verschliesst in ihren vier Wänden
die menschliche Schwäche,
den menschlichen Schmutz.