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Theorie

16 Dezember, 2009 von · Keine Kommentare

Mirela Ivanova


Foto: ansik

Es gibt so ein Gedicht,
unerklärlich und ewig
ist es da,
geschrieben in der Luft,
im Feuer,
im Sand
oder auf einem Blatt aus einem Heft.
Es ist da und wartet,
dass ihm jemand sein Leben abgibt,
Tropfen für Tropfen, Opfer für Opfer
oder mit einer stürmischen Geste, auf einmal,
um es ihm zu überlassen.
Irgendein César Vallejo,
Javorov*, Hölderlin.
Es bekommt Namen und Schicksal,
mit tuberkulös zerfressener Brust,
mit durchschossener Schläfe,
mit Wahnsinn.

Dann gibt es noch so ein Gedicht,
unerklärlich und ewig
ist es da und wartet.


*bulgarischer Symbolist (1878-1914)

Mirela Ivanova – “Versöhnung mit der Kälte”
 
„Versöhnung mit der Kälte“ heißt die 2004 im Verlag „Das Wunderhorn“ erschienene Gedichtsammlung von Mirela Ivanova. Auf 72 Seiten erzählt die Autorin dramatisch und metaphorisch von Zeiten des Umbruchs. Aus dem Bulgarischen übersetzt wurden die Gedichte von Gabi Tiemann.
 
Das Werk ist die zweite Gedichtsammlung Mirela Ivanovas bei Wunderhorn. Ihren Vorgänger „Einsames Spiel“ hatte der Verlag bereits im Millenniumsjahr in sein Programm aufgenommen.
 
„Versöhnung mit der Kälte“ kann im Buchhandel oder unter www.wunderhorn.de bestellt werden.

Kategorien: Art Café · Frontpage

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