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Zur Uraufführung vom „Das Jahr von meinem schlimmsten Glück“, Text und Regie Nino Haratischwili

2 Dezember, 2010 von · Keine Kommentare

Louisa Slavkova

Nino das jahr ++ (3 von 3)
Foto: Sofafotografie Hamburg

Am Anfang war das Wort. Das Wort wurde von Männern gespielt. In Athen, in London oder Rom.

Dann wurde das Wort vom Kontext befreit und das Wort wurde von Frauen gespielt. Das Wort wurde von Frauen benutzt, das Wort wurde von Frauen geschwängert und wieder abgetrieben. Das Wort wurde mit Blut verschmiert und wieder sauber gewaschen.

Nino das jahr (11 von 17)
Foto: Sofafotografie Hamburg

Das Wort wurde geweint, geschrien und von den Klischees der Liebesgeschichten befreit, um am Ende in der Vielfalt DIE Geschichte aller zu werden, vor einer weißen Kulisse, in den Herzen schwarz gekleideter Weiber, in einem Herz… dem Herz von Ivy, das unter der Melodie von Gloomy Sunday zerbrach, um wieder geheilt zu werden. Die Geschichte von Ivy, die retrospektiv von sechs Frauen gespielt wird, die von der einen in die andere Person schlüpfen, männlich wie weiblich.

Nino das jahr (2 von 17)
Foto: Sofafotografie Hamburg

Ivy lernt Dario in der Arztpraxis seiner Frau kennen. Er verliebt sich in ihre Naivität, sie in seine arrogante, besserwisserische Art. Seine Frau wird schwanger und er bricht den Kontakt zu Ivy ab. Ivy ist auch schwanger und bringt Darios Frau dazu ihre Abtreibung durchzuführen. Ivy möchte nicht geheilt werden. Es vergehen unzählige Stunden vor dem Eingang, am Telefon, in Gedanken und Ivy möchte nicht geheilt werden, möchte nicht, möchte nicht… vom Jahr des schlimmsten Glückes fort.

Nino das jahr (5 von 17)
Foto: Sofafotografie Hamburg

17 Jahre später ist Ivy das geworden, was sie schon immer wollte – eine Diva auf der großen Bühne. Darios Frau besucht sie im Theater und erfährt mit Entsetzen, dass Ivy nicht ihre persönliche biblische Geschichte ist, sondern die ihres Mannes, denn sie hat nie von der Affäre der beiden gewusst. Sie wurde aber an genau dem Tag schwanger, an dem Ivy in ihrer Praxis stand.

Nino das jahr (15 von 17)
Foto: Sofafotografie Hamburg

Das Leben führt auch Reszo, den Sohn von Dario, ein. Reszo möchte Schauspieler werden und ist ein großer Bewunderer von Ivy. Er ist sehr naiv. Er mag ihre arrogante, besserwisserische Art. Er möchte nicht geheilt werden. Er taucht in ihr Meer ein und als er von seinem Vater dessen Geschichte erfährt, endet die Szene, wo sie begonnen hat. Mit Gloomy Sunday, mit Ivy und ihrer Suche nach dem Ich.

Nino das jahr (17 von 17)
Foto: Sofafotografie Hamburg

Im Wald, verschmiert mit Blut, neben einem Auto, in dem ein Mann mit blauen Augen tot auf dem Fahrersitz liegt. Das Lied hört nicht auf. Aber Ivy weiss es, sie weiss und sie kann es sehen, sie kann ihr Gesicht zum ersten Mal seitdem wieder sehen. In ihrem kleinen Spiegel in der Tasche, in den sie seitdem nicht mehr geschaut hat.

Nino das jahr (8 von 17)
Foto: Sofafotografie Hamburg

Über weitere Aufführungen erfahren Sie unter www.lichthof-hamburg.de

Kategorien: Allgemein · Frontpage · Szene

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